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Wozu man überhaupt ein Deckblatt erstellen sollte


Es gibt Lebensläufe mit und ohne Deckblatt. Doch was genau sollte eigentlich auf diesem Deckblatt stehen, bzw. auf dieser "3. Seite"? Und wann und warum nutzt man überhaupt ein Deckblatt?


Diese Fragen haben Sie sich vielleicht auch schon häufiger gestellt.


Grundsätzlich sind Sie heutzutage relativ frei in der Gestaltung Ihrer Bewerbungsunterlagen und insofern dürfen Sie auch selbst entscheiden, ob Sie ein Deckblatt erstellen oder eben nicht. 

Falls Sie sich jedoch für eines entscheiden, sollte es auch sinnvoll genutzt werden und nicht nur, um eben eine solche 3. Seite vorweisen zu können.


Ein grafisch und farblich schön gestaltetes Deckblatt macht nicht nur optisch einen guten Eindruck, sondern kann auch ganz gezielt dazu genutzt werden, um Ihr persönliches Selbstmarketing zu verbessern und um somit Ihren Marktwert zu erhöhen. 


Nutzen Sie das Deckblatt, um zunächst Ihr Bild "in Szene" zu setzen. Auch bei der Größe Ihres Bewerbungsfotos gibt es keine Vorgaben. Gefragt ist was gut aussieht und überzeugt. Grundsätzlich sollten Sie ein professionelles Foto vom Fotografen einsetzen und gern euch etwas größer als gewöhnlich. Bis zu einem Drittel der Seite vielleicht sogar?


Natürlich sollten Sie auch Ihre vollständigen Kontaktdaten ergänzen und nennen. Diese sollten idealerweise auf jeder Folgeseite ebenso genannt werden und auch im gleichen Layout erscheinen, zumal Sie somit Ihre eigene "Corporate Identity" schaffen. Nutzen Sie diese auch beim Anschreiben. Dann sieht alles wie "aus einem Guss" aus und Sie machen sich selbst zu einer Marke. 


Nachdem all dies geschehen ist, empfehlen wir vor allem, dem Leser eine Kurzzusammenfassung Ihres Werdeganges auf dem Deckblatt zu verschaffen. 


Mehr als 7 Punkte sollten es allerdings nicht werden, zumal ansonsten die Optik leidet und alles auch als "zu dick aufgetragen" empfunden werden könnte.


Bleiben Sie immer "auf dem Boden" der Tatsachen, aber rücken Sie sich dennoch "ins rechte Licht". 


Fassen Sie sowohl fachliches wie auch persönliche Kompetenzen sinnvoll auf dem Deckblatt zusammen, so dass der Leser schnell und auf einen Blick erkennt, dass Sie der richtige Kandidat sind. 


Je besser und überzeugender die 3. Seite gestaltet wird, desto höherwertig empfindet man auch automatisch Ihre gesamte Bewerbung, die man künftig mit einem ganz anderen Gefühl lesen wird. 


Viel Erfolg bei der perfekten Selbstvermarktung!




Weshalb Bewerber mit einem “ungeraden” Lebenslauf oft die interessanteren Kandidaten sind

Menschen lernen durch Erfahrungen. Gleichzeitig besteht das Leben aus Höhen und Tiefen. Es gibt vielerlei Gründe, wodurch ein Lebenslauf “aus der Bahn” gerät oder vorübergehend “unterbrochen” wird. Psychische oder physische Krankheiten, persönliche Schicksalsschläge, unerträgliche oder unzumutbare Arbeitssituationen (Mobbing, Belästigung, Neid, unsachliche Umgehensweisen usw.), die falsche Wahl der Berufsrichtung oder ein Arbeitsumfeld, welches nicht zur Person passt, da es schlicht und einfach nicht mit den eigenen Wertevorstellungen vereinbar ist, Stellenabbau durch betriebliche Umstrukturierungen, schwierige familiäre Situationen, befristete Arbeitsstellen usw.

Es ist davon auszugehen, dass zukünftig die allgemeine “Qualität” der Lebensläufe durch vorgenannte Gründe weiter “abnehmen” wird - insoweit man die Gradlinigkeit eines Lebenslaufes mit einer “hohen Qualität” eines Bewerbers gleichsetzt, wie es bedauerlicherweise häufig der Fall ist.

Doch weshalb sollte ein Bewerber, bei dem im Leben immer alles “rund” lief nun eigentlich besser als neuer Mitarbeiter geeignet sein als derjenige, der bereits Höhen und Tiefen gemeistert hat ???

Weshalb entscheiden sich einige Personalverantwortliche also oft für Kandidaten, die auf dem Papier immer auf der Sonnenseite des Lebens wandelten ???

Wie werden sich diese “sonnenverwöhnten” Personen im Tagesgeschäft verhalten, wenn es hart auf hart kommt und es darum geht, echte Probleme lösen zu müssen, um das Unternehmen auf Kurs zu halten ???

Wer wird zuerst “von Bord” springen ???

Selbstverständlich müssen immer auch die fachlichen Qualifikationen eines Bewerbers zur Vakanz passen, damit der Arbeitsplatz gut bewältigt und Ziele erreicht werden können. Dennoch sollte auch - und gerade verstärkt - den “Soft Skills” der Kandidaten ein größeres Augenmerk geschenkt werden. Glücklicherweise werden diese weichen Faktoren in fortschrittlichen Personalabteilungen und Unternehmen heute bereits mehr und mehr fokussiert und in den Auswahlprozess verstärkt mit einbezogen.

Trotzdem erleben wir nach wie vor leider häufig, dass Bewerber mit großem Potential und einer sehr hohen Eigenmotivation aufgrund von Unterbrechungen oder Richtungswechseln im Lebenslauf abgelehnt werden. Das ist für beide Seiten bedauerlich und schafft viel Frust und Demotivation bei dem jeweiligen Kandidaten.

Beispiel Stellenabbau: Der betriebsbedingt Gekündigte, wird zunächst schon durch die Kündigung an sich “bestraft”. Bewirbt er sich danach weiter, da er neuen Mut geschöpft hat und “wieder aufsteht”, nachdem er “gefallen” ist, muss er sich in Gesprächen für den “Wechsel” mitunter rechtfertigen - insbesondere wenn er ein solches Fiasko schon häufiger erleben musste oder vor allem auch wenn sich diese Stellenstreichung nach einer relativ kurzen Betriebszugehörigkeit ereignete und wird somit ein weiteres Mal “bestraft”.

Warum ???

Wenn Sie sich als Bewerber hier wiedererkennen, dann möchte ich Ihnen Mut machen: Erhalten Sie eine Absage nur aufgrund von Umständen in Ihrem Lebenslauf, die Sie selbst nicht beeinflussen konnten oder weil sich Ihr Leben einfach in eine andere Richtung entwickelt hat, geben Sie nicht auf! Eines Tages wird jemand erkennen, was Sie in Ihrem Leben schon alles geleistet haben, welche Probleme Sie schon erfolgreich bewältigen konnten und was für eine starke Persönlichkeit Sie dadurch geworden sind!

Auf einer “kurvigen” Straße lernen wir das Fahren!

Dort wo man all dies nicht erkennt oder gar ablehnt, da hätten Sie sicherlich auch rein menschlich gesehen wenig Möglichkeiten gehabt, Ihre Karriere fortzusetzen.